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Stress – Die neue Volkskrankheit und ihre Folgen

3.9.2026
Elisabeth Galonska

Warum Stress krank machen kann

In unserer modernen, digitalen Welt gehört Stress für viele Menschen mittlerweile zum Alltag. War es in der Steinzeit noch das Mammut oder der Säbelzahntiger, die uns in eine Stresssituation versetzten, so sind es heute wachsende berufliche Anforderungen, ungünstige Arbeitsbedingungen, Zeitdruck sowie Konflikte mit Kollegen, Freunden und/oder Familie oder auch Schicksalsschläge. Hinzu kommt die tägliche und permanente Flut an Informationen und Reizen, der wir uns größtenteils sogar freiwillig aussetzen, denn unseren TV- und Social-Media-Konsum können wir ja noch immer selbst steuern.

All das kann unser inneres Gleichgewicht und unsere Erholung beeinflussen. Kurzfristiger Stress ist zunächst eine normale Reaktion des Körpers und kann uns helfen, mit herausfordernden Situationen umzugehen. Problematisch wird Stress vor allem dann, wenn Belastungen über längere Zeit anhalten und ausreichende Erholungsphasen fehlen.

Anhaltender Stress kann sich sowohl körperlich als auch psychisch bemerkbar machen. Mögliche Folgen sind beispielsweise Schlafprobleme, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Muskelverspannungen, Verdauungsbeschwerden oder Veränderungen der Stimmung. Bei dauerhaft hoher Belastung kann sich außerdem das Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme erhöhen. Welche Reaktionen auftreten, ist individuell unterschiedlich. (gesund.bund.de)

Was ist Stress eigentlich?

Grundsätzlich versteht man unter „Stress“ die Reaktion unseres Körpers und unserer Psyche auf Anforderungen oder Situationen, die als herausfordernd, belastend oder bedrohlich erlebt werden. Stress ist zunächst ein natürlicher und wichtiger Mechanismus des Körpers.

Je nach Situation und individueller Bewertung werden innerhalb kurzer Zeit verschiedene körperliche Reaktionen aktiviert. Dazu gehören unter anderem die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin sowie etwas zeitversetzt Cortisol. Herzschlag und Atmung können sich beschleunigen, die Aufmerksamkeit steigt und dem Körper wird zusätzliche Energie zur Verfügung gestellt.

Wir sind damit auch heute noch mit einem Reaktionssystem ausgestattet, das ursprünglich bei unmittelbaren Bedrohungen wie Angriff oder Flucht besonders hilfreich war. Heute können allerdings auch alltägliche Situationen wie Zeitdruck, ein schwieriges Gespräch, Prüfungen oder berufliche Anforderungen eine solche Stressreaktion auslösen.

Sobald die belastende Situation vorüber ist oder wir sie erfolgreich bewältigt haben, kann sich der Körper wieder beruhigen.

Wie unterscheidet man positiven und negativen Stress?

Wenn eine Herausforderung als anregend, bewältigbar oder sogar positiv erlebt wird, kann Stress durchaus als belebend und motivierend wahrgenommen werden. Häufig wird dafür der Begriff Eustress verwendet.

Das „eu“ ist eine griechische Vorsilbe und bedeutet „gut, wohl, leicht, richtig“.

Eustress kann beispielsweise bei einem Wettkampf, einer spannenden Herausforderung oder auch beim Achterbahnfahren entstehen. Wir erleben Anspannung, gleichzeitig aber auch Freude, Motivation oder Begeisterung.

Auch nach positiv erlebtem Stress sind Erholungsphasen wichtig. Denn unser Körper profitiert nicht davon, dauerhaft unter Anspannung zu stehen.

Wird eine Belastung dagegen als überfordernd erlebt, hält länger an oder fehlen zwischen den Belastungen ausreichende Erholungsphasen, kann Stress zunehmend als belastend wahrgenommen werden. Dafür wird häufig der Begriff Distress verwendet.

„Dis“ ist eine lateinische Vorsilbe und bedeutet unter anderem „auseinander“, „entzwei“ oder „negativ“.

Distress kann sich individuell sehr unterschiedlich äußern. Typisch können beispielsweise innere Unruhe, Gereiztheit, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oder Erschöpfung sein.

Der Übergang zwischen positiv und negativ empfundenem Stress ist dabei nicht immer eindeutig. Entscheidend ist nicht allein die Situation selbst, sondern auch, wie wir sie bewerten und welche Ressourcen uns zur Bewältigung zur Verfügung stehen.

Wie unterscheidet man chronischen und akuten Stress?

Unser Körper kann kurzfristige Stresssituationen normalerweise gut bewältigen. Akuter Stress entsteht beispielsweise durch eine unmittelbare Herausforderung oder Gefahr und ist meist zeitlich begrenzt.

Wenn wir uns jedoch immer wieder Situationen aussetzen, die Stress auslösen, und zwischen diesen Belastungsphasen nicht ausreichend Zeit für Erholung und Regeneration bleibt, kann sich daraus anhaltender bzw. chronischer Stress entwickeln.

Chronischer Stress kann die Lebensqualität beeinträchtigen und sich sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche auswirken. Mögliche Folgen sind unter anderem Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Muskelverspannungen, Verdauungsbeschwerden oder eine erhöhte psychische Belastung. Langfristig kann dauerhafter Stress außerdem mit einem erhöhten Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme verbunden sein. (gesund.bund.de)

Was sind häufige Stressauslöser?

Zu den typischen Stressauslösern zählen:

  • Arbeit und hohe berufliche Anforderungen
  • Termindruck und Zeitmangel
  • Lärm oder andere belastende Umgebungsbedingungen
  • Konfrontationen und Konflikte
  • Schicksalsschläge und belastende Lebensereignisse
  • finanzielle oder soziale Sorgen
  • permanente Erreichbarkeit und Informationsflut
  • Social Media und andere digitale Medien
  • Schlafmangel
  • hohe körperliche oder mentale Belastungen

Auch Lebensstilfaktoren wie ein hoher Alkohol- oder Nikotinkonsum können sich ungünstig auf Stress, Schlaf und Wohlbefinden auswirken. Ernährung, Koffein und andere individuelle Faktoren können ebenfalls beeinflussen, wie wir Belastungen wahrnehmen und verarbeiten. Sie sind jedoch nicht grundsätzlich und für jeden Menschen eigenständige Stressoren.

Wie der Körper auf Stress reagiert

Bei einer Stressreaktion werden verschiedene Systeme des Körpers gleichzeitig aktiviert. Das sympathische Nervensystem sorgt unter anderem dafür, dass Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt werden. Etwas zeitversetzt wird über die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse zusätzlich Cortisol ausgeschüttet.

Diese Stressreaktion stellt den Körper kurzfristig auf erhöhte Leistungsbereitschaft ein. Herzschlag und Atemfrequenz können steigen, die Aufmerksamkeit nimmt zu und dem Körper wird schneller Energie zur Verfügung gestellt. Die Leber kann beispielsweise vermehrt Glukose freisetzen.

Gleichzeitig werden Körperfunktionen, die in einer akuten Stresssituation weniger wichtig sind, vorübergehend anders reguliert. Dazu können beispielsweise Verdauungsprozesse gehören.

Diese Reaktionen sind zunächst sinnvolle Anpassungsmechanismen. Nach Ende der Belastung fährt der Körper die Aktivierung normalerweise wieder herunter.

Bei anhaltendem Stress kann es dagegen schwieriger werden, ausreichend in Erholungsphasen zurückzufinden. Dann können sich körperliche und psychische Stresssymptome entwickeln. Welche Beschwerden auftreten, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. (aok.de)

Was sind typische Stress-Symptome?

Stress kann sich auf sehr unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Häufige Beschwerden und Anzeichen können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen oder Schmerzen in Schultern, Nacken und Rücken
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlafstörungen oder Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen
  • Konzentrationsprobleme
  • innere Unruhe und Nervosität
  • Gereiztheit oder Stimmungsschwankungen
  • Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung
  • Veränderungen des Appetits oder Essverhaltens
  • vermehrtes Schwitzen oder Herzklopfen
  • Zähneknirschen oder Kieferanspannung
  • psychische Belastungen wie Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit oder sozialer Rückzug

Auch körperliche Beschwerden wie Hautprobleme oder erhöhte Infektanfälligkeit können mit Stress zusammenhängen. Stress ist dabei nicht automatisch die alleinige Ursache einer solchen Beschwerde. Bei neuen, starken oder anhaltenden Symptomen sollte deshalb immer auch an andere mögliche Ursachen gedacht werden. (WHO)

Welche Krankheiten können durch anhaltenden Stress begünstigt werden?

Anhaltender Stress kann die körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigen und mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen verbunden sein.

Dazu gehören unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen. Auch Schlafstörungen, Verdauungsprobleme und andere gesundheitliche Beschwerden können durch anhaltenden Stress verstärkt werden.

Dabei gilt: Stress verursacht nicht automatisch eine bestimmte Erkrankung. Wie stark sich Stress auf die Gesundheit auswirkt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab – beispielsweise von Dauer und Intensität der Belastung, vorhandenen Ressourcen, Schlaf, Bewegung, sozialen Beziehungen und weiteren Lebensumständen. (gesund.bund.de)

Auch ein Burn-out-Syndrom kann im Zusammenhang mit länger andauernder beruflicher oder anderer starker Belastung auftreten. Bei psychischen Beschwerden oder anhaltender Erschöpfung ist es wichtig, rechtzeitig professionelle Unterstützung zu suchen.

Wie Stress vermeiden? Wie mit Stress umgehen? Wie Stress bewältigen?

Der erste Schritt ist, zu erkennen, wann aus einer kurzfristigen Belastung eine anhaltende Überforderung wird. Das gelingt besser, wenn Du regelmäßig in Dich hineinhörst und Dich fragst, wie leistungsfähig Du aktuell bist, wie Du Dich allgemein fühlst und ob bereits Stresssymptome zu erkennen sind.

Wenn Du bemerkst, dass Dir eine Belastung dauerhaft zu viel wird, solltest Du Dir bewusst Erholungsphasen und Ausgleich einräumen. Bewegung und Sport können dabei helfen, Stress zu reduzieren und das eigene Wohlbefinden zu verbessern. Auch ein ganz normaler Spaziergang zählt hier schon dazu. (gesund.bund.de)

Es gibt diverse Entspannungstechniken, wie Meditation, Yoga, autogenes Training, Achtsamkeitsübungen oder progressive Muskelentspannung. Welche Methode für Dich hilfreich ist, ist individuell verschieden.

Auch das bewusste Reduzieren von Reizen und Medienkonsum, beispielsweise Social Media oder Fernsehen, kann für manche Menschen hilfreich sein – insbesondere dann, wenn die permanente Informationsflut selbst als belastend empfunden wird.

Ein großer Punkt ist die Selbstfürsorge. Sich selbst etwas Gutes tun, etwas gönnen, gesund und lecker kochen, eine Massage, ausreichend Schlaf, eine Beautybehandlung oder sich bewusst vor Augen halten, was man bereits geleistet hat – all das kann das persönliche Wohlbefinden stärken.

Nicht zuletzt sind es auch soziale Kontakte, die bei der Stressbewältigung helfen können. Der Mensch ist ein soziales Wesen! Wir brauchen soziale Kontakte, um uns wohlzufühlen. Sich auszutauschen, neue Sichtweisen zu erfahren oder den einen oder anderen Ratschlag zu erhalten, kann bei der Stressbewältigung sehr hilfreich sein.

Wenn all das nicht mehr hilft, bitte rechtzeitig professionelle Hilfe suchen!

Manchmal reichen Veränderungen im Alltag und eigene Strategien zur Stressbewältigung nicht aus. Wenn Du Dich über längere Zeit überfordert, erschöpft, niedergeschlagen oder stark angespannt fühlst oder Deine Beschwerden Deinen Alltag beeinträchtigen, solltest Du Dir rechtzeitig professionelle Unterstützung holen.

Gerne berate ich Dich persönlich zum Thema Stressbewältigung, Entspannungstechniken und einem positiven Mindset –  schreibe mir gerne!

Quellen:

Elisabeth Galonska ist Expertin für Prä- und Postnatales Training mit über 20 Jahren Erfahrung als Fitness- und Gesundheitstrainerin. Als Fachberaterin für Freizeit und Fitness und zertifizierte n.m.s. ®Health Coach bietet sie präventive und rehabilitative Betreuung für Frauen jeden Alters. In ihrem STUDIO8 schafft sie eine einfühlsame und sichere Atmosphäre für ihre Teilnehmerinnen.