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Organsenkung – Ursachen, Möglichkeiten und Unterstützung

3.9.2026
Elisabeth Galonska

Hast Du manchmal „untenrum“ ein unangenehmes Fremdkörpergefühl?

Fühlt es sich manchmal an, als ob Blase oder Gebärmutter nach unten drücken?

Empfindest Du hin und wieder ein Druckgefühl im Beckenbereich oder hast sogar Probleme mit der Blasenkontrolle?

Solche Beschwerden können auf eine Organsenkung hinweisen – ein Thema, das viele Frauen betrifft, aber oft verschwiegen wird.

Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und den Alltag wieder besser zu gestalten.

Neben Beckenbodentraining kann auch ein Pessar eine wertvolle Unterstützung sein. Welche Möglichkeit geeignet ist, hängt unter anderem von der Art und Ausprägung der Senkung, den vorhandenen Beschwerden und Deiner individuellen Situation ab.

Doch welche Ursachen können hinter einer Organsenkung stecken? Welche Symptome solltest Du beachten? Und was kannst Du konkret tun? Lass uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Was ist eine Organsenkung und wie entsteht sie?

Eine Organsenkung (medizinisch: Descensus oder Prolaps) tritt auf, wenn Strukturen, die die Organe im Becken normalerweise unterstützen, an Halt verlieren und sich dadurch beispielsweise Blase, Gebärmutter oder Enddarm nach unten verlagern können. Dabei können sowohl Muskeln als auch Bindegewebe und weitere Haltestrukturen eine Rolle spielen.

Eine Organsenkung kann zu unterschiedlichen Beschwerden führen, muss aber nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen. Möglich sind unter anderem Druck- oder Fremdkörpergefühle, Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Blasenschwäche oder Schmerzen.

Häufige Ursachen einer Organsenkung

Ursache - Erklärung

Schwangerschaft & Geburt Schwangerschaft und insbesondere eine vaginale Geburt können den Beckenboden und seine Haltestrukturen beanspruchen. Bestimmte Faktoren rund um die Geburt, beispielsweise eine lange Austrittsphase, ein höheres Geburtsgewicht oder eine instrumentelle Geburt, können das Risiko für eine spätere Senkung erhöhen.

Hormonelle Veränderungen Mit zunehmendem Alter verändern sich unter anderem die Eigenschaften des Bindegewebes und der Muskulatur. Besonders nach den Wechseljahren können diese Veränderungen Einfluss auf die Stabilität der Beckenstrukturen haben.

Genetische Bindegewebsschwäche Manche Frauen haben von Natur aus eine geringere Festigkeit des Bindegewebes. Dadurch können die Haltestrukturen im Becken weniger belastbar sein. Eine familiäre Häufung kann auf eine genetische Mitbeteiligung hinweisen.

Übergewicht Starkes Übergewicht kann mit einer erhöhten Belastung des Beckenbodens verbunden sein und wird als möglicher Risikofaktor für eine Organsenkung beschrieben.

Schweres Heben & chronischer Husten Wiederholtes schweres Heben und Tragen, chronischer Husten oder häufige Verstopfung können den Druck im Bauchraum erhöhen. Ob und in welchem Ausmaß solche Belastungen tatsächlich eine Organsenkung begünstigen, ist wissenschaftlich jedoch weniger eindeutig belegt als andere Risikofaktoren.

Typische Symptome einer Organsenkung

  • Druck- oder Fremdkörpergefühl im Beckenbereich
  • Ziehen oder Beschwerden im Unterbauch bzw. unteren Rücken
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • Harninkontinenz oder unfreiwilliger Urinverlust
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr

Eine leichte Organsenkung verursacht häufig keine oder nur geringe Beschwerden. Wenn Du Beschwerden hast oder unsicher bist, solltest Du Dich ärztlich untersuchen lassen. Eine gynäkologische Untersuchung kann klären, ob tatsächlich eine Senkung vorliegt und wie ausgeprägt sie ist.

Was hilft bei Organsenkung?

Beckenbodentraining

Regelmäßiges und gezieltes Beckenbodentraining kann die Beschwerden bei leichteren und mittleren Senkungen lindern und die Funktion der Beckenbodenmuskulatur verbessern. Eine individuelle Anleitung, beispielsweise durch Physiotherapie, kann dabei hilfreich sein. Beckenbodentraining führt allerdings nicht bei jeder Frau zu einer ausreichenden Beschwerdelinderung.

Alltagsgewohnheiten zur Unterstützung

  • Bewusstes Heben: Beim Heben und Tragen kann es sinnvoll sein, die Körpermitte aktiv einzusetzen und die Belastung an die eigene körperliche Belastbarkeit anzupassen.
  • Bewegung und Körperhaltung: Eine vielseitige und angemessene Bewegung unterstützt die allgemeine körperliche Belastbarkeit. Eine bestimmte „perfekte“ Haltung gibt es dabei nicht.
  • Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit: Sie können dazu beitragen, Verstopfung zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Weniger starkes Pressen beim Toilettengang kann den Beckenboden entlasten.

Pessare als Unterstützung

Wenn Beckenbodentraining allein nicht ausreicht oder eine zusätzliche Unterstützung gewünscht ist, kann ein Pessar eine nicht-operative Möglichkeit sein. Pessare werden in die Vagina eingesetzt und können die abgesenkten Beckenorgane stützen. Dadurch können Beschwerden wie Druckgefühl oder bestimmte Blasen- und Darmprobleme gelindert werden. Die Senkung selbst wird durch ein Pessar jedoch nicht dauerhaft behoben.

Erfahre mehr über die verschiedenen Pessare und ihre Anwendung.

Herausforderungen bei der Pessar-Versorgung

Pessare müssen individuell ausgewählt und angepasst werden. Nicht jedes Modell passt zu jeder Frau, und manchmal sind mehrere Versuche notwendig, bis Größe und Form gut passen.

  • Individuelle Anpassung: Die passende Größe und Form müssen entsprechend der Anatomie und der Beschwerden ausgewählt werden.
  • Beratung: Eine medizinische oder entsprechend qualifizierte fachliche Beratung ist wichtig.
  • Geduld bei der Anpassung: Es kann einige Versuche dauern, bis ein Pessar gefunden wird, das gut sitzt und im Alltag möglichst wenig stört.

Falls Du Dich für ein Pessar interessierst, solltest Du Dich entsprechend beraten lassen und regelmäßige Kontrollen wahrnehmen.

Fazit

Eine Organsenkung kann belastend sein. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, mit denen sich Beschwerden lindern und der Alltag erleichtern lassen.

Welche Möglichkeit geeignet ist, hängt von Deinen Beschwerden, der Art und dem Ausmaß der Senkung und Deiner persönlichen Situation ab.

Möchtest Du mehr darüber erfahren oder Deine Beckenbodenmuskulatur stärken? Dann schau Dir unser Mama-Jahr oder unsere speziellen STUDIO8-Kurse an!

Quellen:

Elisabeth Galonska ist Expertin für Prä- und Postnatales Training mit über 20 Jahren Erfahrung als Fitness- und Gesundheitstrainerin. Als Fachberaterin für Freizeit und Fitness und zertifizierte n.m.s. ®Health Coach bietet sie präventive und rehabilitative Betreuung für Frauen jeden Alters. In ihrem STUDIO8 schafft sie eine einfühlsame und sichere Atmosphäre für ihre Teilnehmerinnen.